Kleine Landeskunde
(Stand: 04.04.2008)
Diese Einführung zu Land & Leuten Bhutans erhebt keinen
Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen habe ich nach
bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Anregungen und Kritik
nehme ich gerne entgegen.
Übersicht: Geografie | Natur | Geschichte | Bevölkerung | Politik
| Wirtschaft | Tourismus
| Literatur
Zum Landesnamen
"Bhutan" ist der moderne und offiziell gebräuchliche Name des Landes. Er stammt vermutlich aus dem Sanskrit, wo "Bhu-Uttan" ein hochgelegenes Territorium bezeichnet. Einer anderen Theorie zufolge liegt hingegen das indische Wort "Bhotanta" zugrunde, welches so viel bedeutet wie "Ende des Landes der Bhot (Tibet)". Die Bhutaner selbst nennen Ihr Land auch "Druk Yul", das Land des Donnerdrachens.
National-...
...Flagge: Sie wurde 1947 von Mayum Choying
Wangmo Dorji entworfen und erhielt 1956 ihre heutige Gestalt. Die
bhutanische Flagge ist diagonal unterteilt und zeigt in der Mitte einen
weißen Drachen. Der obere Teil der Flagge ist goldgelb und
repräsentiert die säkulare Macht des Königs. Der untere
Teil ist orangefarben und symbolisiert die buddhistische Religion. Der
Drachen, dessen weiße Farbe mit Reinheit assoziiert wird - auch
die Stulpen der Nationalkleidung des Mannes sind weiß -
repräsentiert Bhutan selbst. Die in seinen Klauen gehaltenen
Juwelen kennzeichnen den Reichtum und die Vollkommenheit des Landes.
Bhutans Nationalflagge zum Download (91
KB)
...Hymne: Sie wurde 1953 komponiert und 1966
offiziell eingeführt. Die Text der ersten Strophe lautet in etwa:
"Im Königreich des Donnerdrachens, dem südlichen Land des
Sandelbaumes, lebe der König lange, der die Geschicke des Staates
und auch der Religion lenkt".
Bhutans Nationalhymne zum Download
(midi-Datei, 3 MB)
...Symbol: Das Nationalsymbol ist kreisförmig
und besteht hauptsächlich aus einem diamantenen Doppelkeil. Er
wird von zwei Drachen umrahmt und befindet sich über einer
Lotusblume bzw. unterhalb eines Juwelen-Symbols. Der Donnerkeil
symbolisiert die Harmonie zwischen weltlicher und religiöser Macht
als Merkmal des Buddhismus in seiner Vajrajana ("Diamantenes
Fahrzeug")-Form. Die Lotusblume symbolisiert Reinheit, der Juwel
drückt die Macht des Herrschers aus, und die beiden Drachen - je
ein männlicher und ein weiblicher - stehen für den Namen
Bhutans, den sie mit donnernder Stimme verkünden.
Bhutans Nationalemblem zum Download (38
KB)
...Feiertag: Der 17. Dezember ist der
Nationalfeiertag des Landes. Man erinnert sich dabei an die
Thronbesteigung des ersten Königs von Bhutan, Ugyen Wangchuck, am
17.12.1907.
siehe auch Abschnitt Geschichte
...Blume: Die Nationalblume ist der Blaue Mohn/Scheinmohn (Meconopsis grandis). Er wächst auf 3.300-4.500 m Höhe und blüht von Mai bis Juli.
...Baum: Neben der Nationalblume gibt es noch einen
Nationalbaum, nämlich die Bhutanische Zypresse (Cupressus
torulosa). Man findet sie häufig an Plätzen mit
besonderer religiöser Bedeutung. Manche Bhutaner identifizieren
sich mit ihr, da sie groß und stabil werden kann und auch auf
kargen Standorten wächst.
Charakterisierung
des Baumes (Gymnosperm Database, englisch)
...Tier: Der seltene, zur Unterfamilie der Schafe
und Ziegen (Caprinae) gehörende Takin (Budorcas
taxicolor) ist das bhutanische Nationaltier. Er lebt oberhalb von
4.000 m in Herden und ernährt sich hauptsächlich von Bambus.
Sein Körpergewicht kann bis zu 250 Kilogramm betragen.
Takin bei Wikipedia
...Vogel: Der Nationalvogel ist der Tibetanische Kolkrabe (Corvus corax thibetanus). Er ziert auch die königliche Kopfbedeckung, und stellt im Grunde die Gottheit Gonpo Jarodonchen dar, eine der wichtigsten Schutzgottheiten Bhutans.
...Kleidung: Die herrschende Ethnie der ngalongs
besitzt eine eigene Nationalkleidung, deren Ursprünge auf das 17.
Jahrhundert zurück gehen und deren Tragen in ganz Bhutan mit
wenigen Ausnahmen für alle Einheimischen Pflicht ist. Jene
für Männer wird gho, jene für Frauen kira
genannt.
Einführung
in die bhutanische Kleidung (RAOnline, englisch)
...Sport: Seit grauer Vorzeit ist das
Bogenschiessen (dha) der absolute Nationalsport in Bhutan. Es
erfolgt über eine schier unglaubliche Distanz von 140 m
(olymischer Standard ist 50 m). Bei den farbenfrohen und aufregenden
Veranstaltungen treten 2 Teams gegeneinander an. Während in der
Regel nur die Männer schießen, ist es Hauptaufgabe der
Frauen, die Mitglieder des gegnerischen Teams abzulenken.
Erläuterungen
zum bhutanischen Bogensport (RAOnline, englisch)
...Währung: Landeswährung ist der
Ngultrum (1 Nu = 100 Chetrum = 1 indische Rupie). Die jeweils aktuellen
Umrechnungskurse finden sich auf der Homepage der Zeitschrift Kuensel. Auch die indische
Rupie gilt als offizielles Zahlungsmittel.
Bilder: 1 Nu (vorder|rück), 5 Nu (vorder/rück), 10 Nu (vorder|rück),
20 Nu (vorder|rück), 50 Nu (vorder|rück),
100 Nu (vorder|rück), 500 Nu (vorder|rück).
Geografie
Bhutan befindet sich an der Südabdachung des östlichen Himalaja. Als kleines Land - mit insgesamt 46.500 Quadratkilometern Fläche hat es in etwa die Größe von Niedersachsen - ist es gewissermaßen zwischen den großen Nachbarn Indien und China "eingeklemmt". Es misst 150 km von Nord nach Süd und 300 km von West nach Ost. Die gemeinsame Grenze mit Indien ist 605 Kilometer lang, die mit China 470 Kilometer. Die exakten geografischen Koordinaten Bhutans sind: 26°47’N-28°26’N und 88°52’E-92°03’E.
Die Hauptstadt Bhutans ist Thimphu, der internationale Flughafen liegt westlich davon in Paro. Das Land ist seit 1952 in 20 Verwaltungsbezirke (districts, "dzongkhags") unterteilt: Bumthang, Chhukha, Chirang (Tsirang), Daga(na), Gasa, Ha(a), Lhuentse, Mongar, Paro, Pemagats(h)el, Punakha, Samchi (Samtse), Samdrup-Jongkhar, Sarpang, Shemgang (Zhemgang), T(r)ashigang, T(r)ashi-Yangtse, Thimphu, T(r)ongsa und Wangdi-Phodrang.

Das Land besitzt ein extrem ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle. Während die Nordgrenze des Landes mit dem Himalaya-Hauptkamm und Höhen bis 7.550 m ü. NN zusammenfällt, liegen nur wenige hundert Kilometer weiter südlich tropische Regionen auf lediglich 100 m ü. NN. Die den Himalaya in Nord-Süd-Richtung entwässernden Ströme haben tiefe Täler in das Profil des Landes geschnitten.
Während vor allem die nördlichen und südlichen Landesteile extrem steil sind, gibt es in Zentralbhutan Bereiche, die flacher ausgeprägt und oft beckenartig erweitert sind. Hier - auf Höhen zwischen 2.500 und 4.000 m ü. NN lebt ein Grossteil der bhutanischen Bevölkerung, und es ist dieser Landesteil, der in Tourismuskreisen als kulturelles Herzstück Bhutans angepriesen wird.
Das Klima Bhutans ist durch den Monsun geprägt, der mindestens von Juni-September dauert. Die klimatischen Bedingungen in den einzelnen Landesteilen sind - je nach Höhenlage - sehr unterschiedlich. Im Süden herrscht subtropisches bzw. tropisches Klima vor, die Täler Zentralbhutans verfügen über ein gemäßigtes Klima mit kühlen Wintern und heißen Sommern. In den Bergen sind die Winter extrem streng und die Sommer eher kühl. Insbesondere in den südlichen Landesteilen kommt es bei Jahresniederschlägen bis zu 5.000 mm während der Regenzeit des öfteren zu verheerenden Erdrutschen.
Auch die Ausbildung der unterschiedlichen Bodentypen in Bhutan ist primär von der Höhenstufe abhängig: das Spektrum reicht von tiefgründig verwitterten, tropischen Böden im Süden des Landes, über Braunerden unter Mischwäldern sowie Podzol- und Gleyböden unter Nadelwäldern, bis hin zu kaum entwickelten Rohböden unter alpiner Rasenvegetation ab ca. 4.000 m ü. NN.
Aufgrund der extremen Topografie sind nur ca. 10% der Landesfläche für den Ackerbau nutzbar; 3,9% werden als Weideland genutzt. Lediglich 387 Quadratkilometer (1% der Gesamtfläche) werden künstlich bewässert.
Links zur Vertiefung:
Geologische
Expedition in das Königreich Bhutan - Djordje Grujic,
Universität Freiburg
Landslides in Bhutan
(Department of Geology and Mines, englisch) (pdf, 0.3 MB)
Erdrutsche in Ostbhutan (Lumang-Bezirk)
(Kuensel-Artikel, englisch) (pdf, 0.1 MB)
Glacial Hazards in Bhutan (englisch; Autor: Dorji Wangda, Department of Geology and Mines, Ministry of Agriculture, Royal Government of Bhutan) (pdf, 2.3 MB)
Seismic Hazards Assessment in Bhutan (englisch; Autor: Tobgay) (pdf, 0.8 MB)
Die bhutanische Natur und ihr Schutz
Da die bhutanische Landschaft - bildhaft gesprochen - wie eine große Treppe aufgebaut ist, finden wir zwischen der Hauptkette des Himalaya-Gebirges im Norden und der indischen Flutebene im Süden eine unglaubliche Vielzahl verschiedener Klimata und damit auch Lebensraumtypen. Folgerichtig rangiert Bhutan unter den Top 10 der globalen Hotspots in Sachen Biodiversität und hat laut einem UNEP-Bericht von 2001 die höchste flächenbezogene Artendichte weltweit.
Die bhutanische Flora
Durch das wahrhaft enzyklopädische Werk von Grierson & Long (1983) ist die bhutanische Flora bereits recht gut erfasst. Sie enthält u.a. die zahlreichen Orchideen-Arten, wegen denen alleine so mancher Naturliebhaber nach Bhutan reist.
Nach aktueller Kenntnis befinden sich in Bhutan 60% aller im Osthimalaya endemischen Pflanzenarten. Alleine von den 5.500 registrierten Gefäßpflanzen gelten 750 als endemisch in der Region und mehr als 50 davon als endemisch in Bhutan.
Von besonderer kultureller und naturschutzfachlicher Bedeutung sind die Wälder Bhutans. Glaubt man offiziellen Darstellungen, so ist das Land bis zu mehr als 70% bewaldet (RGoB 2003); in unabhängigeren Quellen finden sich aber auch Schätzungen unterhalb der 60%-Marke (FAO 1991).
Die zwischen 200-1.000 m ü. NN gelegenen Regionen Südbhutans sind mit artenreichen, dichten subtropischen Wäldern bestanden. Die Hauptholzarten sind Gmelina arborea und Shorea robusta. Oberhalb und bis ca. 2.000 m finden sich Laubwälder mit Schima wallichii, Castonopsis indica, Betula alnoides, Alnus nepalensis, Engelhardia spicata, Macaranga pustulata und einer Vielzahl von Lithocarpus-Arten. In trockeneren Region, wie z.B. in Südostbhutan, dominiert dagegen die Chir pine (Pinus roxburghii) und die Strauchschicht ist nur schwach entwickelt.
In den unteren Bereichen der gemäßigten Breiten (2.000-2.700 m), die von den meisten Menschen bewohnt und auch den meisten Touristen besucht werden, existieren immergrüne Eichenwälder mit Quercus semecarpifolia, Q. lanata und Q. lamellosa. Oft enthalten sie Arten der Gattungen Acer, Castanopsis und Juglans. Auf feuchteren Hängen mit einem Jahresniederschlag von mehr als 2.500 mm dominieren kühl-feuchte Laubwälder mit Acer campbellii und Betula alnoides.
Der obere Bereich der gemäßigten Klimazone (2.700-3.500 m), der in etwa den zentralen Beckenbereichen entspricht, ist durch Nadelwälder gekennzeichnet. Die vorherrschende Baumart auf trockeneren Standorten bis ca. 3.100 m ist die Blue pine (Pinus wallichiana) als Hochlagen-Äquivalent zur Chir pine. Typisch für Blue pine-Wälder sind auch Pinus bhutanica und diverse Eichenarten. Mit zunehmender Höhe finden sich Fichten und Hemlocktannen-Wälder, mit Picea brachytyla, P. spinulosa, Hemlock (Tsuga dumosa), Betula utilis und Larix griffithiana. Im Unterwuchs können Rosa macrophylla, Berberis praecipua, Salix daltonia, Pieris spp., Taxus baccata und eine Reihe seltenerer Arten enthalten sein. In der Krautschicht finden sich für gewöhnlich Bambusarten (z.B. Yushania microphylla) und eine Vielzahl an Kormophyten.
Die Bhutan-Tanne (Abies densa Griff.) dominiert die subalpine Klimazone von 3.300-3.800 m bis nahe an die Baumgrenze. Der oft großzügige Unterwuchs kann Rhododendron-Arten enthalten, aber auch Betula utilis, Skimmia laureola, Juniperus pseudosabina, Prunus rufa, Ribes takare, Rubus fragarioides, Sorbus foliolosa und Daphne bholua. Bambus ist auch hier noch häufig in der Krautschicht zu finden, neben Kräutern wie Primula denticulata und Rheum acuminatum oder dem Gras Arundinaria maling.
In der alpinen Zone bilden Rhododendron lepidotum und Juniperus (recurva, squamata) dichte Gebüsche, vorzugsweise auf windgeschützten Hängen zwischen 3.700-4.200 m. In ihrem Schutz wiederum können sich Morina nepalensis, Pedicularis megalantha, Phlomis tibetica, Potentilla arbuscula, Primula sikkimensis, Thalictrum chelidonii, Trollius pumilus und andere Kräuter entwickeln.
Alpine Matten dominieren die exponierteren, windseitigen Standorte und können bis in eine Höhe von 4.800 m reichen. Dieses vergleichsweise trockene Ökosystem beinhaltet z.B. Arten der Gattungen Cyananthus, Delphinium, Gentiana, Potentilla, Primula, Ranunculus, Rheum und Selinum, und Gräser der Gattungen Festuca, Stipa, Poa, Agrostis und Danthonia (Harris 2000).
Besondere Bedeutung für die globale genetische Vielfalt besitzen nicht nur Bhutans Wildpflanzen, sondern auch die Kulturpflanzen. So wurden z.B. bis dato 394 alten Reissorten innerhalb der Landesgrenzen ermittelt.
Die bhutanische Fauna
...ist alles andere als hinreichend bekannt.
Unter den Säugetieren sind inzwischen ca. 100 Arten identifiziert worden. Die folgenden Zuteilung ausgewählter bhutanischen Säugetiere zu drei Ökozonen innerhalb Bhutans entstammt dem Biodiversity Action Plan for Bhutan (2002):
-
Die Kennarten der Hochgebirgsfauna sind: Schneeleopard (Panthera unica), Himalaja-Blauschaf (Pseudois nayaur nayaur), Roter Panda (Ailurus fulgens), Takin (Budorcas taxicolor), Himalaja-Murmeltier (Marmota himalayana) und Moschustier (Moschus chrysogaster).
-
In der gemäßigten Klimazone finden sich: Tiger (Panthera tigris), Leopard (Panthera pardus), Goral (Nemorhaedus goral), Japanischer Serau (Capricornis sumatraensis), Hanumanlangur (Presbytis entellus) und verschiedene Makakenarten. Naturbelassene Laubwaldbestände bieten darüber hinaus Lebensraum für den Kragenbär (Selenarctos thibetanus), den Roten Panda (Ailurus fulgens), Sambar-Hirsch (Cervus unicolor), Muntjak-Hirsch (Muntiacus muntjak), Wildschwein (Sus scrofa) und diverse Eichhörnchen-Arten.
-
In den reichhaltigen tropischen Regenwäldern von Südbhutan tummeln sich Arten wie Tiger (Panthera tigris), Nebelparder (Neofelis nebulosa), Asiatischer Elefant (Elephas maximus), Panzernashorn (Rhinoceros unicornis), Wasserbüffel (Bubalus bubalis), Goldener Langur (Presbytis geei), Schopflangur (Presbytis pileata), Gaur (Bos gaurus), Barasingha-Hirsch (Cervus duvauceli), Schweinshirsch (Cervus porcinus), Zwergwildschwein (Sus salvanius), Borstenkaninchen (Caprolagus hispidus) und Lippenbär (Melurus ursinus).
Etwa drei Viertel dieser Arten sind ortsansässig. Viele migrieren zwischen höher gelegenen Brutgebieten und niedriger gelegenen Überwinterungsgebieten.
Verhältnismäßig gut erforscht ist die bhutanische Vogelwelt. Das Standardwerk von Inskipp & Inskipp nennt mehr als 620 registrierte Vogelarten. Ein prominenter Vertreter unter ihnen ist der Schwarzhals-Kranich (Grus nigricollis), der den Sommer in Tibet verbringt und von Oktober bis März in eng begrenzten Feuchtgebieten Zentral- und Ostbhutans überwintert.
Das Konzept des Naturschutzes, d.h. des Schutzes der Natur vor dem Menschen, ist ein westliches und daher nicht ohne weiteres auf Bhutan übertragbar. Generell ist vielleicht anzumerken, dass im Buddhismus die Grenze zwischen Mensch und umgebender Natur nicht so scharf gezogen wird wie dies im Christentum als anthropozentrischer Religion der Fall ist. Die Bewohner Bhutans, insbesondere die ländliche Bevölkerung, steht mit der natürlichen Mitwelt tagtäglich in einem vielschichtigen, zugleich unmittelbaren und spirituellen Austausch.
Soweit ich es verstehe, trägt die karmische Lehre zu einem äußerst respektvollen Umgang des Menschen mit seinen Mitlebewesen bei. Wer würde schon gerne Gefahr laufen, aufgrund der unangemessenen Behandlung eines Tieres selbst als Tier wiedergeboren zu werden? Mitgefühl (compassion) gegenüber allen Lebewesen sowie das Tötungsverbot sind zentrale Elemente der buddhistischen Weltanschauung. Wen der Zusammenhang zwischen Buddhismus und Naturschutz näher interessiert, dem möchte ich das Büchlein Tree of life. Buddhism and Protection of Nature. (Hrsg.: S. Davies, 2. Auflage 1999, ISBN 962-7257-03-6) empfehlen. Dass der Naturschutz in Bhutan insbesondere kulturell bedingt ist, zeigt auch ein Artikel der Biologin Elizabeth Allison über die Biodiversität in Bhutan und seine Bedeutung innerhalb der bhutanischen Entwicklungsphilosophie des Bruttosozialglücks (Gross National Happiness).
In der landwirtschaftlichen Praxis, insbesondere dort, wo die Gefahr einer Nahrungskonkurrenz auftritt, ist das Zusammenspiel von Mensch und Tier selbstverständlich nicht immer harmonisch. Zudem ist die Nachfrage nach Holz sowohl als Energiequelle als auch für Bauzwecke traditionell groß. Mit einem Verbrauch von 1,2 Tonnen Brennholz pro Kopf und Jahr ist Bhutan vermutlich sogar Weltspitze. Nicht zuletzt angesichts des rasanten Bevölkerungswachstums ist ein koordinierter nationaler Mitweltschutz unerlässlich.
Und hier hat das Land in der Tat Einiges aufzuweisen. Zunächst beeindruckt die Statistik, dass ein Viertel des Landes unter Naturschutz steht - dies ist absolute Spitze im asiatischen Vergleich. Von besonderer Bedeutung sind dabei die bhutanischen Wälder. Politisch ist eine langfristige Waldbedeckung von mindestens 60% der Landesfläche vorgesehen. Bereits seit 1979 sind alle forstlichen Aktivitäten staatlich gelenkt und kontrolliert; zudem wurde per königlichem Erlass ein "Social Forestry"-Programm ins Leben gerufen. Danach wird z.B. seit 1985 am 02. Juni jeden Jahres mit landesweiten Baumpflanzungen der "Social Forestry Day" begangen.
Zu den weiteren Aktivitäten Bhutans im Natur- und Umweltschutz zählen u.a.:
-
Die Gründung des Bhutan Trust Fund for Environmental Conservation (BTFEC) in Kooperation mit der Weltbank, um die "langfristige" Finanzierung von Umweltprojekten zu ermöglichen; im Jahr 2007 scheint der BTFEC allerdings schon nicht mehr existent
-
Die Ausweisung von insgesamt 9 Schutzgebieten, die auf 26% der Landesfläche alle für Bhutan repräsentativen Ökosysteme enthalten
-
Die Einrichtung der "Nature Conservation Division" innerhalb des "Department of Forestry Services", die mit dem Management der geschützten Territorien betraut ist
- Erlass eines nationalen Quarantänegesetzes
(1993), um die Ausbreitung von Krankheiten und Insektenplagen
einzuschränken
- Erlass des "Forest and Nature Conservation Act"
(1995), der die Ausweisung weiterer Schutzgebiete sowie neue
Regulierungen zum Schutz der Natur vorsieht
- Ratifizierung der Internationalen Konvention zu
Biodiversität und Klimawandel (1995)
- Einführung des Nationalen Eingriffsplans zur
Biodiversität (National Biodiversity Action Plan, 1998)
- Einführung der Strategie des Mittleren Weges (middle
path), einer auf dem buddhistischen Weltbild fußenden
nationalen Umweltschutzstrategie
- Verpflichtende Öko-Assessments für alle industriellen und Entwicklungs-Aktivitäten (2000)
Angesichts dieser beeindruckenden Leistung, verlieh die UNEP im Jahr 2005 ihren Champions of
the Earth Award für Asien und die Pazifikregion an König
Jigme Singye Wangchuk (Amtszeit 1972-2006) und das bhutanische Volk in
Anerkennung ihres
Engagements, "die Umwelt in das Zentrum aller Entwicklungspolitik und
-programme zu stellen".
Zitierte Literatur:
-
FAO (1991): Master Plan for Forestry Development in Bhutan - Wood Energy Sectoral Analysis (pdf, 0.9 MB). Regional Wood Energy Development Programme in Asia Field Document No. 32 (GCP/RAS/154/NET), Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) Regional Office for Asia and the Pacific, Bangkok, Thailand.
-
Grierson A.J.C. & Long D.J. (1983): Flora of Bhutan. Vol. 1 Part 1. Royal Botanic Garden, Edinburgh, Scotland.
-
Harris (2000): Grassland resource assessment for pastoral systems. FAO Plant Production and Protection Papers 162, Food and Agriculture Organization of the United Nations, Rome, Italy.
-
RGoB (2003): National Statistical Bureau, Royal Government of Bhutan, Thimphu, Bhutan.
Links zur Vertiefung:
National Environment Commission (NEC) | Publications
Strategies and aims of the BTFEC (englisch, Autor: Tobgay S. Namgyal, Direktor des BTFEC)
Forest
resources of Bhutan - Country Report (2000, FAO, englisch)
Environmentally
sound forest infrastructure development and harvesting in Bhutan
(1999, FAO, englisch)
Non-wood
forest products of Bhutan (1996, FAO, englisch)
Übersicht
über die Waldtypen Bhutans (BOKU, Wien)
The
Conifer Forests of Lame Gompa Research Forest, Bumthang (pdf, 1.6
MB)
Informationen zum
Schwarzhalskranich (Wikipedia, englisch)
Coldwater fish and
fisheries in Bhutan (englisch, Autor: T. Petr)
Weitere Natur-Links
Bhutan: State of the Environment 2001
(UNEP, englisch)
Biodiversity
Action Plan for Bhutan 2002 (englisch)
Trends
of Forestry Policy Concerning Local Participation in Bhutan (IGES
Japan, englisch)
WWF Bhutan
Critial Ecosystem Partnership Fund (CEPF), Projektgebiet "Eastern Himalayas"
The Early Buddhist
Tradition and Ecological Ethics (Artikel von L. Schmithausen,
englisch)
Getting
to Grips With Buddhist Environmentalism: A Provisional Typology
(Artikel von I. Harris, englisch)
Geschichte
Über die Frühgeschichte Bhutans, insbesondere über die vorbuddhistische Zeit, ist nur wenig bekannt. Eine megalithische Kultur wird nach Funden von großen, bearbeiteten Steinblöcken nicht ausgeschlossen (Aris 1979).
Ankunft und Entwicklung des Buddhismus in Bhutan
Einigermassen verlässliche Kenntnisse gibt es erst mit der Ankunft des Buddhismus in Bhutan. In buddhistischen Schriften aus dem 9. Jahrhundert findet die Errichtung von Tempeln im Bumthang- und Paro-Tal durch den tibetischen König Songtsen Gampo im 7. Jahrhundert Erwähnung.
Eine legendäre Figur ist der aus Nepal stammende Guru Rinpoche (padmasambhava). Er gilt als der Begründer des tibetischen Buddhismus in Bhutan. Im 9. Jahrhundert herrschte der indische König Sindhu in Zentral- und Westbhutan. Nach einer militärischen Niederlage gegen seinen Widersacher König Nabudara wandte er sich von den ihn beschützenden Gottheiten ab. Diese bestraften ihn der Legende nach mit einer unheilbaren Krankheit. Dem herbeigerufenen Guru Padmasambhava jedoch gelang die Heilung des Königs; er besiegte die lokalen Gottheiten und verwandelte sie in Schutzgottheiten des Buddhismus.
In den darauffolgenden Jahrhunderten wanderten jene Menschen von Tibet her auf das Territorium des heutigen Bhutan ein, die nun als die Vorfahren der ethnischen Gruppe der ngalong gelten. Darunter waren im Lauf der Zeit viele buddhistische Gelehrte, die religiösen Streitigkeiten oder mongolischen Invasionen nach Süden auswichen. Wen die ngalongs dabei anfänglich in Bhutan verdrängten, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Es können Angehörige der Bön-Religion oder auch die Vorfahren der khengs und sharchops gewesen sein, die heute im Osten und Süden des Landes beheimatet sind (siehe Abschnitt Bevölkerung).
Zu den bedeutenden Lehrern der nyingmapa Schule des tibetischen Buddhismus zählten z.B. Longchhen Rabjam Drimey Oezer (1308-1363) und Pema Lingpa (1450-1521), zu jenen der drukpa kagyu Schule Kuenga Sengye (1314-1347), Drukpa Kuenley (1455-1529) und Ngawang Chhoegyal (1465-1540).
Der Shabdrung Ngawang Namgyal und die Vereinigung des Landes
Keiner jedoch war so bedeutend wie der Shabdrung Ngawang Namgyal (1594-1651). Ursprünglich in Tibet geboren, floh er nach Streitigkeiten um seine Reinkarnation 1616 nach Bhutan, wo er entscheidend dazu beitrug, die drukpa kargyu Schule zu festigen. Trotz des Widerstands der anderen buddhistischen Schulen (lam kha nga, "the five lamas") in Bhutan und mehrerer tibetischer Invasionen (1617, 1634, 1639, 1644, 1648, 1649) gelang es ihm, durch die Schaffung einer stabilen Regierungsform (siehe Abschnitt Politik) die verschiedenen Lokalreiche zu einem einzigen theokratischen Reich zu einigen. Ein heute noch sichtbarer, beeindruckender Beleg für das Wirken des Shabdrungs sind die Klosterburgen (dzongs) des Landes.
Als der Shabdrung 1651 starb, wurde sein Tod 50 Jahre lang geheim
gehalten, um politischen Instabilitäten vorzubeugen. Zwar
überlebte danach das vom Shabdrung eingerichtete feudalistische
System noch ca. 250 Jahre, oft herrschten jedoch
bürgerkriegsähnliche Zustände beim Kampf um die Macht.
Die Ankunft der Briten Ende des 18. Jahrhunderts sollte dies
grundlegend ändern und ein neues Kapitel in der bhutanischen
Geschichte einläuten.
Die Rolle der Briten und die Errichtung der Monarchie
Seitens der von den Briten betriebenen East India Company unter Warren Hastings gab es damals die Idee, durch Bhutan einen Handelsweg nach Tibet zu legen. Nach anfänglichen Spannungen und einer Invasion britischer Truppen in Teile Südbhutans, kam es 1774 während einer Mission von George Bogle zur Errichtung von Handelsbeziehungen zwischen Bhutan und Britisch-Indien. Bereits 1792 allerdings platzten die Träume einer Handelsroute bis Tibet; Nepal drang in Tibet ein, das daraufhin China um Hilfe bat. Die Chinesen konnten den nepalesischen Einmarsch erfolgreich zurückschlagen, waren allerdings sehr skeptisch gegenüber Tibets Nachbarn und schlossen alle nach Bhutan führenden Pässe.
Die bhutanisch-britischen Beziehungen blieben jedoch zunächst mehrere Jahrzehnte bestehen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden zunehmend Spannungen um die Nutzungsrechte der südlich an das heutige Bhutan angrenzenden fruchtbaren Flutebenen, die "Duars" (Hindu für Tor, Ausgang). Nach unzähligen Überfällen auf Menschen und Material (vermutlich von beiden Seiten), kam es 1864/65 zum sogenannten Duar-Krieg zwischen Großbritannien und Bhutan. Dabei verlor Bhutan sämtliche Duar-Gebiete, wird jedoch bis heute von der indischen Regierung dafür mit einer jährlichen Summe entschädigt.
In der Folgezeit gelang es einem der für gewöhnlich 3 bhutanischen Regionalgouverneure (penlops), Ugyen Wangchuck aus dem zentralbhutanischen Trongsa, seine Kontrahenten auszuschalten und eine zentrale politische Position im Land zu erlangen. Er gewann auch die Sympathien der Briten für sich, indem er sie in dem erneuten Versuch, Handelsbeziehungen mit Tibet aufzubauen, unterstützte. Am 17.12.1907 wurde Ugyen Wangchuck im Punakha dzong mit britischer Hilfe als erster König Bhutans eingesetzt und die erbliche Monarchie im Lande etabliert.
Die Monarchie blieb zunächst nur schwach, und hatte gegen innenpolitische, aber auch außenpolitische Bedrohungen z.B. durch China (die schließlich 1912 aus Tibet vertrieben wurden), anzukämpfen. Kurz nachdem 1926 der zweite König, Jigme Wangchuck, ins Amt gekommen war, entwickelte sich auch der damalige religiöse Führer Bhutans (shabdrung) mit seinen Machtansprüchen als Gefahr für die Monarchie. Sein verdächtig früher Tod löste das Problem; Proteste aus Tibet wurden von den Briten zur Ruhe gebracht.
Nach dem Tode seines Vaters übernahm 1952 Jigme Dorji Wangchuck als dritter König Macht über ein Land, das noch weitgehend von der Außenwelt isoliert war. In einer Jesuitenschule in Darjeeling und einer Privatschule in England ausgebildet, machte er sich bald daran, die feudalen Strukturen zu verändern. Erste Schritte umfassten eine Landreform, die Einrichtung einer Nationalversammlung (tshogdu) (1953) und die Abschaffung der Sklaverei (1958).
Niemals sollte der Prozess der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung die bhutanische Identität gefährden, und so wandte sich Bhutan erst 1959, dem Jahr der Invasion Chinas in Tibet, hilfesuchend an Indien. Bei dem ersten, von Indien entworfenen und finanzierten Fünfjahresplan, lag der Schwerpunkt auf Strassen, Stromerzeugung und militärischem Training.
Als Jigme Dorji Wangchuck 1972 stirbt, hinterlässt er ein in
der Landesgeschichte einmaliges Erbe an Demokratisierung und
Entwicklung. Sein Sohn, Jigme Singye
Wangchuck (*1955) übernimmt die Macht und führt
die behutsame
Öffnung des Landes fort. In seine Regierungszeit fielen die
zunehmenden ethnischen Spannungen im Land (siehe Abschnitt Politik), die Einführung von Fernsehen und
Internet (1999), eine kriegerische Auseinandersetzung mit indischen
Separatisten (2003), ein landesweites Tabakverbot (2004) und die
Einführung einer neuen
Verfassung im März 2005. Entgegen Ankündigungen für
eine Amtsübergabe im Jahr 2008, trat Jigme Singye
Wangchuck am 15.12.2006 als bhutanischer König ab und übergab
die Macht entsprechend der erblichen Thronfolge an seinen
26-jährigen Sohn Jigme Khesar Namgyel Wangchuck.
Der derzeitige König, Jigme
Khesar Namgyel Wangchuck
Jigme Khesar Namgyel Wangchuck hat - wie bereits sein Vater - im
Westen studiert, u.a. in Massachusetts und in Oxford. Schon die
Frühphase seiner Amtszeit wird von wichtigen Ereignissen
geprägt sein: dem 100-jährige Bestehen der bhutanischen
Monarchie (2007) und den ersten demokratischen Wahlen im Drachenland
(2008). Zeitgleich mit der Einführung der parlamentarischen
Monarchie wird eine Regelung in Kraft treten, nach der der Throninhaber
künftig spätestens im Alter von 65 Jahren die
Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger übergeben muss.
Links zur Vertiefung:
Archäologische
Ausgrabungen in Bumthang, Zentralbhutan (englisch)
Bhutan. The
Early History of a Himalayan Kingdom. Buch von M. Aris (Amazon)
Shabdrung
Ngawang Namgyal bei Wikipedia (englisch)
Bhutan and
the British. Buch von P. Collister & J.C. White (Amazon)
Die Bevölkerung
Zunächst ein Wort zur Einwohnerzahl Bhutans. Lange waren aufgrund der Unwegsamkeit des Terrains keine Zahlen bekannt, und auch noch vor 50 Jahren war man auf Schätzungen angewiesen. Traditionellerweise zählt man in Bhutan - wenn überhaupt - nur die Anzahl der Haushalte, nicht aber aller Menschen. Im Jahr 1960 "einigte" sich die Nationalversammlung Bhutans auf die Zahl von 700.000, die ab sofort als offizielle Zahl gegenüber ausländischen Besuchern genannt wurde. Als Bhutan sich 1970 in Beitrittsverhandlungen mit der UN befand, "empfahlen" sich bereits 1 Millionen Menschen, da dies die Mindest-Bevölkerungsstärke für den Beitritt war. Nicht zuletzt aus diesem Grund tauchen gerade in diversen Publikationen der UN-Organisationen Zahlen von heute 2 Millionen und sogar darüber auf (= 1 Millionen + 35 Jahre Bevölkerungswachstum).
Alles deutet jedoch darauf hin, dass die reale Einwohnerzahl Bhutans irgendwo zwischen 600.000 und 700.000 liegt. Derzeit läuft ein landesweiter Zensus, der sicherlich mehr Licht ins Dunkel bringen wird. Die bhutanische Regierung geht davon aus, dass sich die Bevölkerung bis zum Jahr 2022 verdoppeln wird, sollte es bei dem gegenwärtigen Bevölkerungswachstum von 3,1% bleiben. In Verbindung mit einer Familienplanung, die die Anzahl der Kinder pro Familie von derzeit ca. 5 auf 2 senken soll, wird eine Bevölkerungsstärke von 932.000 Menschen im Jahr 2017 anvisiert (Bhutan 2020: A Vision for Peace, Prosperity and Happiness, pdf, 0.7 MB).
Wie setzt sich aber nun die Bevölkerung Bhutans zusammen? Historisch betrachtet ist Bhutan ein Einwanderungsland. Einwanderer unterschiedlicher Ethnien haben Bhutan zu verschiedenen Zeiten besiedelt. Bisher ist leider nur wenig zu diesem Aspekt geforscht worden, und so ist nicht bekannt, wer die ursprüngliche Ethnie Bhutans ist oder - war. Was man sagen kann, ist, dass heute 4 Volksgruppen 98% das ethnische Mosaik ausmachen. Dazu zählen die ngalongs, sharchops, khengs und die Nepalis. Die ersten 3 Gruppen werden immer öfter - insbesondere im Vergleich zu den Nepalis - zu einer Identitätsgruppe zusammengefasst, die drukpa genannt wird. Man sollte jedoch beachten, dass diese Identität sich in der Hauptsache auf den gemeinsamen Glauben bezieht (die Zugehörigkeit zur buddhistischen drukpa kargyud-Schule), nicht jedoch auf eine etwaige kulturelle oder ethnische Einheit.
Bei den ngalongs handelt es sich um einen Volksstamm tibetischen Ursprungs, der im 9./10. Jahrhundert auf das Gebiet des heutigen Westbhutan eingewandert ist und der drukpa kargyud-Schule des Mahajana-Buddhismus angehört. Ihre Sprache, auf der auch die Landessprache dzongkha beruht, ist im Prinzip ein tibetischer Dialekt. Die ngalongs bilden heute die politische und soziale Elite des Landes.
Ostbhutan wird überwiegend von den sharchops bewohnt, die ihre ethnischen Wurzeln in Arunachal Pradesh haben und vermutlich zu den frühesten Besiedlern des Landes zählen. Sie besitzen nach wie vor eine ausgeprägt eigenständige ethnische Identität und sprechen mit tsangla (sharchopkha) eine eigene Sprache.
Die Bewohner Zentralbhutans (Verwaltungsdistrikte Bumthang, Tongsa
und Shemgang) werden khengs genannt und waren einst
mächtige Herrscher in ihrem Gebiet. Wie die sharchops
zählen sie zu den sehr frühen Bewohnern des Landes, und
stellen vielleicht sogar die einheimische Bevölkerung dar. Nach
ihrer Sprache zu urteilen, stammen sie nicht aus Tibet, sondern eher
aus Arunachal Pradesh und/oder Megalaya (Indien). Sharchops
und khengs wurden im 17. Jahrhundert von den ngalongs
erobert und folgen heute alle der buddhistischen drukpa kargyud-Schule
(siehe Abschnitt Geschichte).
Die Nepalis leben im Süden Bhutans und sind eine Gruppe von "neuen" Einwanderern aus dem späten 19. bis frühen 20. Jahrhundert. Auch diese Gruppe ist heterogen (nach Herkunft und/oder Kaste), jedoch durch eine gemeinsame Religion (Hinduismus) und die Nepali-Sprache in gewisser Weise geeint. Berichten aus der Zeit der britisch-bhutanischen Kriege zufolge, war der Süden Bhutans bis zum Duar-Krieg (1864) wegen des heißen Klimas, dschungelartiger Vegetation, Steilheit des Territoriums, Malaria aber auch angesichts häufiger Überfällen seitens der Bhutaner inklusive Massen-Versklavungen unwirtlich und kaum besiedelt. Das Gros der nepalesischen Einwanderung erfolgte - vermutlich mit britischer Unterstützung und bhutanischer Billigung - nach dem Duar-Krieg bis hinein in die frühen Jahre der bhutanischen Monarchie.
Wie die einzelnen Ethnien heute zahlenmäßig in Bhutan repräsentiert sind, darüber gibt es meines Wissens mehr Spekulationen als Fakten. Für einigermaßen realistisch halte ich die Daten von Dhakal & Strawn (1994), nach denen etwa je ein Viertel der Einwohner zu den ngalongs, Nepalis und sharshops gehört, ca. ein Achtel zu den Khengs und der Rest zu sonstigen Ethnien. Zu den kleineren Ethnien in Bhutan gehören beispielsweise die Adhivasi, Birmi, Brokpa, Doya, Lepcha, Tibeter und die Toktop. Sie bereichern das ethnische Mosaik erheblich, machen allerdings nur ca. 2% der Bevölkerung aus.
Offizielle Daten und Fakten zu durchschnittlicher Lebenserwartung,
Kindersterblichkeit, Berufsgruppen etc. entnehmen Sie bitte dem Internet-Portal der bhutanischen
Regierung.
Die Politik
Es ist eine vielzitierte Besonderheit Bhutans, dass es im Lauf seiner Geschichte niemals von einer anderen politischen Macht kolonisiert worden ist. Das lag und liegt zum einen an der strategischen Lage als "Puffer" zwischen den Supermächten China und Indien bzw. früher England, und zum anderen an der oft erprobten Wehrhaftigkeit des Landes. Bis heute ist die politische, kulturelle und wirtschaftliche Unabhängigkeit ein wichtiges Staatsziel.
Die choesi
Die erste stabile Regierungsform Bhutans wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von Shabdrung Ngawang Namgyal (1594-1651) eingeführt. In der sogenannten choesi gab es zum ersten Mal eine klare Gewaltentrennung. Unter dem Shabdrung als spirituellem Landesführer verteilte sich die Macht auf einen desi als den weltlichen Herrscher und einen je khenpo als religiöses Oberhaupt des Landes. Das in 3 Hauptbereiche - Dagana, Paro and Trongsa - unterteilte Land wurde von den neu errichteten Klosterburgen (dzongs) aus durch 3 mächtige Landesfürsten (penlops) regiert.
Dieses theokratische System überlebte zwar pro forma bis zur Einführung der Monarchie im Jahr 1907, war aber nach dem Tod des Shabdrung Ngawang Namgyal alles andere als stabil. Alleine 55 Personen hatten in dieser Zeit das Amt des desi inne, und viele von ihnen wurden beim Streit um die Macht vertrieben oder sogar ermordet.
Das monarchische Bhutan
Das Ende des dualen Systems war endgültig besiegelt, als 1907 der zu dieser Zeit mächtige Trongsa penlop, Ugyen Wangchuck, mit britischer Unterstützung zum ersten König Bhutans ernannt wurde. Er war bis zu seinem Tod 1926 König. Ihm folgte nach dem Prinzip der erblichen Monarchie sein Sohn, Jigme Wangchuck (Amtszeit 1926-1952), darauf Jigme Dorji Wangchuck (1952-1972), darauf Jigme Singye Wangchuck (1972-2006), und schließlich der jetzige König, Jigme Khesar Namgyel Wangchuck (seit Dezember 2006) (siehe auch Abschnitt Geschichte).
Die Einführung der Monarchie stieß zunächst nicht nur in Tibet auf Widerstand, sondern auch im religiösen Lager Bhutans. Im Lauf der Jahre gab es mehrere Wiedergeburten des Shabdrung, die ihre Beteiligung an der Macht forderten. Als sich im Jahr 1931 die 7. Reinkarnation des Shabdrungs, Jigme Dorji, hilfesuchend an Mahatma Gandhi wandte, wurde er von königstreuen Kräften ermordet. Die 1939 in Jangphu nahe Trashigang (Ostbhutan) geborene 8. Reinkarnation wurde nur 13 Jahre alt. Shabdrung Jigme Ngawang Namgyal kam 1955 als 9. Wiedergeburt ebenfalls in Ostbhutan auf die Welt. Mit 6 Jahren wurde er ins benachbarte Arunachal Pradesh in Sicherheit gebracht, um ihm das Schicksal seiner Vorgänger zu ersparen. Bis 2002 war es bhutanischen Pilgern möglich, ihn in Kalimpong südlich der bhutanischen Landesgrenze zu treffen. Er starb nach einem Leben im indischen Exil am 5. April 2003 in Vellore vermutlich an Kehlkopfkrebs. Eine neue Wiedergeburt ist bisher nicht erschienen.
Der Weg in Richtung Demokratie
Mit der Einführung der Nationalversammlung (tshogdu) im Jahr 1953 wird die Monarchie eine parlamentarische. Die 154 Mitglieder treffen sich einmal im Jahr für mehrere Wochen, um alle im Verlauf des vergangenen Jahres angefallen Themen von Wichtigkeit zu besprechen und die nötige Gesetzgebung zu vollziehen. Die Zusammensetzung der Versammlung ist wie folgt: 105 gups (lokal gewählte Volksvertreter aus dem ganzen Land), 37 vom König nominierte Mitglieder, und 12 Repräsentanten der buddhistischen Staatsreligion. Anfangs hatte der König die Möglichkeit, alle Beschlüsse der tshogdu per Veto zu blockieren; diese Regelung wurde 1969 aufgehoben und sogar festgesetzt, dass die Nationalversammlung den Monarchen mit einer Zweidrittel-Mehrheit absetzen kann.
Ebenfalls seit 1953 gibt es ein den König beratendes Gremium, das Royal Advisory Council. Es dient der direkten Kommunikation zwischen dem Monarchen und der Nationalversammlung. Es besteht aus einem Vertreter der Regierung (vom König bestimmt), 2 Repräsentanten des drukpa kargyud Klerus, 6 regionalen Repräsentanten und einem Vorsitzenden (vom König bestimmt), die allesamt für jeweils 5 Jahre im Amt sind.
1998 wurde die Exekutivmacht des Königs auf einen 10-köpfigen Ministerrat (lhengye shungtsog) übertragen. Die Minister werden von der Nationalversammlung für eine 5-jährige Amtsperiode gewählt. Angeführt wird der Ministerrat durch den Premierminister, der somit zugleich Regierungschef ist. Der Posten des Premiers wird in einem roulierenden System jedes Jahr zwischen jenen 5 Ministern gewechselt, die die höchstem Stimmenanzahlen bei den Ministerwahlen erhalten haben.
Im März 2005 wurde nach 4 Jahren Vorarbeit die neue Verfassung des Landes vorgestellt. Sie schränkt die Rechte des Königs weiter ein und sieht als zentrale Neuerung beispielsweise die Einführung eines 2-Parteien-Systems vor. 2007 wurden erstmals Wahlen für ein Oberhaus abgehalten und im März 2008 wurde erstmals ein Unterhaus gewählt. Dabei erhielten die Royalisten 44 der 47 vergebenen Parlamentssitze. Mit der Wahl ist die vom ehemaligen König Jigme Singye Wangchuck eingeleitete Demokratisierung abgeschlossen und Bhutan zu einer konstitutionellen Monarchie geworden.
Internationale und bilaterale Beziehungen
Wichtigster politischer Partner ist Indien. Bereits 1949 wurde mit dem gerade unabhängigen Subkontinent ein Vertrag über gegenseitige Zusammenarbeit geschlossen. Seit dem Überfall Chinas auf Tibet (1959) fungiert Indien zudem als Schutzmacht, und unter Premier Nehru wurde festgelegt, dass ein Angriff auf Bhutan einem Angriff auf Indien gleichkommt.
Mit der Öffnung des Landes in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts kam die multilaterale Diplomatie in Schwung und ermöglichte Bhutan den Zugang zu umfangreicher finanzieller Unterstützung zur Entwicklung des Landes. Heute gehört Bhutan mehr als 150 internationalen Organisationen an. Ein paar Beitrittsjahre im einzelnen: Colombo-Plan (1963); Universal Postal Union (1969); UN (1971); UNCTAD (1971); ESCAP (1972); UNDP (1973); NAM (1973); IFAD, IMF, IBRD, IDA und FAO (1981); WHO, UNESCO und ADB (1982); UNIDO (1983); ITU (1988); ICAO (1989) und ECOSOC (1992).
Interessanterweise ist Bhutan in der Vergangenheit sehr vorsichtig
gewesen, diplomatische Beziehungen mit jenen Ländern aufzunehmen,
die einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat haben - auch nicht
mit dem großen Nachbarn China. Der diplomatische Schwerpunkt
Bhutans liegt eher auf den Mitgliedsstaaten der South Asian Association for
Regional Cooperation (SAARC) wie Indien, Bangladesch, Malediven,
Nepal, Pakistan und Sri Lanka.
Geöffnet hat sich Bhutan des weiteren diversen
Industrieländern und OECD-Mitgliedern wie der Schweiz (1985), den
skandinavischen Ländern (1985/6), Kuwait und Japan (1986),
Südkorea (1987), Österreich (1989), Thailand (1991), Bahrain
(1992), Australien und Singapur (2002) und Kanada (2003).
Eigene diplomatische Vertretungen hat Bhutan in Neu-Delhi, Dhaka,
Bangkok und Kuwait sowie bei den Vereinten Nationen in New York und Genf.
Deutsch-bhutanische Beziehungen
Zwischen Deutschland und Bhutan bestehen keine diplomatischen Beziehungen. Dies ist bemerkenswert, da dieser Status bei insgesamt 190 Ländern außer Bhutan nur noch Nordkorea zuteil wird. Partnerschaftliche Beziehungen unterhalb der Ebene diplomatischer Beziehungen werden von den Botschaften beider Länder in Neu-Delhi wahrgenommen. Bhutan unterhält jedoch honorarkonsularische Vertretungen in Bonn und Bietigheim-Bissingen.
Bisher haben nur wenige hochrangige deutsche Politiker Bhutan besucht, darunter Dr. Richard von Weizsäcker (CDU), Peter Michael Mombaur (CDU), Bernhard Rapkay (SPD) und Dr. Antje Vollmer (Bündnis 90/Die Grünen).
Erfolgreicher als im Bereich Politik lief es bisher auf wissenschaftlicher Ebene. Hier gab es dank der Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Zusammenarbeiten in den Bereichen Geologie (Dr. Djordje Grujic, Universität Freiburg), Botanik (Prof. Dr. Miehe, Universität Marburg) und Bodenkunde (die von Herrn Prof. Dr. Bäumler und mir durchgeführte Kollaboration zwischen dem Lehrstuhl für Bodenkunde der TU München und dem bhutanischen National Soil Services Centre).
Im Auftrag des Centrums für Internationale Migration und Entwicklung (CIM) waren im Lauf der Zeit mehrere Fachkräfte im Land. Derzeit ist noch ein Arzt als Integrierte Fachkraft im Krankenhaus Punakha tätig.
Auf der Ebene der technischen Zusammenarbeit war das Projekt der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) das wohl prominenteste und bedeutsamste. Eine eigene Seite widmet sich daher dieser Kooperation und den erarbeiteten Inhalten.
Links zur Vertiefung:
Die
bhutanische Außenpolitik - Auswärtiges Amt
Die
bhutanische Innenpolitik - Auswärtiges Amt
Die
bhutanische Kultur- und Bildungspolitik - Auswärtiges Amt
Bilaterale
Beziehungen zwischen Bhutan und Deutschland - Auswärtiges Amt
German Grant for Bhutanese Refugees - Artikel in Kantipur Online vom 02.09.2005
Überblick zur Außenwirtschaftspolitik (Autor: Wolfgang-Peter Zingel)
Rede von H.E. Lyonpo Yeshey Zimba (Bhutan. Regierungschef) vor dem Millennium Summit der UN am 08.09.2000 (englisch)
Bhutan wagt seine allerersten Wahlen (taz, 01.01.2008)
Wirtschaft und Entwicklung
Die Landesentwicklung Bhutans erfolgt seit 1961 anhand von Fünfjahresplänen. Grundlegendes Konzept für die Entwicklung ist dabei inzwischen die durchdachte und wohlformulierte Vision vom Bruttosozialglück, in der die wirtschaftliche Entwicklung und Unabhängigkeit eine der vier tragenden Säulen darstellt.
Der Begriff der Entwicklung umfasst im bhutanischen Kulturverständnis seit jeher neben der äußeren, materiellen Dimension auch die innere, geistige d.h. spirituelle Dimension. Wie bereits im Abschnitt Naturschutz erwähnt, ist die Zugehörigkeit des Menschen zu allen anderen Lebensformen essentieller Bestandteil der buddhistischen Werte. Und die bhutanische Regierung ist sich bewusst, dass ein Grossteil der industriellen Produktion auf der Ausbeutung der Natur beruht. Angestrebt wird daher eine Entwicklungsstrategie, die den negativen Begleiterscheinungen der Modernisierung entgegenwirkt. Oder in unseren "westlichen" Worten formuliert: es geht um eine ganzheitliche, nachhaltige Entwicklung des Landes.
Dies vorab zum Verständnis für alle Erbsenzähler, die hier eine Aufzählung von Daten und Statistiken erwarten, um das Land auf diese Weise "bewerten" zu können. Ich möchte zunächst einen groben Überblick über die bhutanische Wirtschaft geben, danach ein paar möglichst aktuelle Zahlen nennen und zum Schluss auf die Ziele der bhutanischen Wirtschaftspolitik eingehen.
Grundpfeiler der bhutanischen Wirtschaft ist die Land- und Forstwirtschaft sowie die Viehzucht. In diesem Sektor der sogenannten Renewable Natural Resources (RNR) sind nach wie vor 85% der Bevölkerung tätig. Die Erträge machen derzeit etwas mehr als ein Drittel des Bruttoinlandproduktes (BIP) aus; die meisten bäuerlichen Haushalte sind dabei autark und produzieren vorwiegend für den Eigenbedarf.
Der industrielle Sektor, in dem lediglich ca. 2% der Bevölkerung arbeiten, ist bisher nur sehr schwach ausgeprägt. Schwerpunkte der Produktion sind Zement, Holzwaren, alkoholische Getränke und Kalziumkarbid. Nennenswertes produzierendes Gewerbe gibt es in der Hauptstadt Thimphu, im zentralbhutanischen Bumthang, in Trashigang (der "Hauptstadt des Ostens"), die größten Zentren liegen jedoch im Süden nahe der Landesgrenze mit Indien.
Der Dienstleistungssektor wird durch Leistungen dominiert, die im Zusammenhang mit dem Tourismus erbracht werden. Der Tourismus ist die drittwichtigste Devisen-Quelle des Landes.
Haupthandelspartner ist das benachbarte Indien. Im Jahr 1949 schlossen die beiden Staaten einen Freundschaftsvertrag und ein Abkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit. 70% der Exporte sowie 90% der Importe wurden z.B. im Zeitraum 1998/99 mit dem südlichen Nachbarn getätigt. Zweitwichtigster Handelspartner ist Bangladesh. Einzelne Produkte - wie z.B. der berühmte rote Reis - werden bis nach Europa exportiert.
Hauptexportgüter sind landwirtschaftliche "cash crops" (Äpfel, Orangen, Kartoffeln, Kardamom), Rohstoffe (Kalziumkarbid, Zement), vor allem aber Elektrizität aus Wasserkraft. Bhutan exportiert pro Jahr 1,5 Mrd. Kilowattstunden Strom nach Indien - bei einem jährlichen Eigenverbrauch von 275 Mio. Kilowattstunden. Praktisch die gesamte Elektrizität Bhutans wird aus Wasserkraft erzeugt. Einige der größten Wasserkraftwerke sind: Chhukha (336 MW), Tala (1.020 MW), Kurichhu (45 MW) und das im Bau befindliche Basochhu (60,8 MW). Das Gesamt-Wasserkraftpotenzial beträgt geschätzte 20.000 MW. Die Einkünfte aus der Stromerzeugung machten 1999 ca. 2 Mrd. Ngultrum und damit ungefähr 40% der Staatseinnahmen aus.
Natürlich entwickelt sich auch in zunehmendem Maße der Import, und seit 1995 wachsen die Importe schneller als die Exporte. Die importierten Güter lassen sich in 4 Gruppen gliedern: nichthaltbare Konsumgüter (z.B. Lebensmittel, 3 Mrd. Nu/Jahr 1998), haltbare Konsumgüter & Produktionsmittel (2,5 Mrd. Nu/Jahr), Maschinen (1.7 Mrd. Nu/Jahr) und Transportmittel (300 Mio. Nu/Jahr).
Weitere ökonomische Kenngrößen in Stichpunkten:
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Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 2004 0,7 Mrd. US-$ (bzw. 2,9 Mrd. US-$ bei Kaufkraftparität) bei einem Wachstum von 6,5%. Zu Ende des 8. Fünfjahresplanes (2002) sahen die Anteile wie folgt aus: 34% des Betrages stammten aus der Landwirtschaft; jeweils 10% stammen aus dem produzierenden Gewerbe, dem Energiesektor, Transport & Kommunikation, und aus dem Finanzsektor. Aus dem Bausektor stammten ca. 12%; Handel und Gewerbe trugen 7,0% bei; 1,2% stammten aus dem Bergbau; und ca. 10% entstammten diversen Regierungsleistungen (Government Services)
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2004 wurden Waren im Wert von 189 Mio. US-$ exportiert, und für 284 Mio. US-$ importiert. Das Handelsbilanzdefizit beträgt somit 95 Mio. US-$ bzw. 13,5% des BIP
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Die Auslandsschulden des Landes belaufen sich gegenwärtig auf ca. 1 Mrd. US-$; das meiste Geld fließt über bilaterale Beziehungen Bhutans zu Indien, Japan und Ländern Europas
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Die Inflationsrate stand 1996 noch bei 7,4%; im Juni 2003 wurde mit 1,8% ein neues Rekordtief erzielt; derzeit wird sich auf ca. 3% geschätzt
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Das Staatsbudget Bhutans lag im Jahr 2000 bei etwa 190 Mio. US-$ und war beinahe ausgeglichen; im Oktober 2004 gab es angesichts einer "schwierigen finanziellen Situation" erstmalig eine Budget-Kürzung
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Einkommen von mehr als 100.000 Nu/Jahr werden versteuert; allerdings betrifft dies nur eine Minderheit im Land
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Die offizielle Arbeitslosenquote wird mit 1,4% angegeben; schätzungsweise 267.000 zusätzliche Arbeitsplätze werden bis 2020 benötigt
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Ausländische Beschäftigte machten zu Beginn der 90er-Jahre etwa 9% der Gesamtbevölkerung aus und verteilten sich wie folgt: mit Arbeitsvertrag (37.587), Tagelöhner (10.000-20.000) und Saisonarbeiter (1.900); eine Zahl aus dem Jahr 2000 geht von 40.350 Ausländern aus; im selben Jahr wurde von der Nationalversammlung mit 45.000 eine Obergrenze für die Anzahl der ausländischen Beschäftigen offiziell festgelegt.
Ziel der bhutanischen Wirtschaftspolitik ist die wirtschaftliche Selbständigkeit, d.h. konkret die Unabhängigkeit von der bisher massiv geleisteten Auslandshilfe. Vorsichtige Annahmen rechnen mit einem Wirtschaftswachstum von ca. 4,5% und einem Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens von derzeit ca. 5.500 Nu auf 11.800 Nu bis zum Jahr 2017.
Ziel ist weiterhin, die Förderung einer regional ausgeglichenen Entwicklung. Alle Landesteile sollen möglichst die gleichen Dienstleistungen und dieselbe Infrastruktur erhalten. Ganz konkret ist man im Moment dabei, neue Ballungszentren in Bhutan zu planen, die helfen sollen, die Landflucht in die Hauptstadt Thimphu abzumildern und die Bevölkerung auf dem Land zu halten.
Der privatwirtschaftliche Sektors soll als Wachstumsmotor fungieren
und wird von der bhutanischen Regierung indirekt durch
makroökonomische Stabilität und die Liberalisierung des
Finanzsystems, aber auch direkt durch entsprechende staatliche
Förderung, Kreditprogramme und Infrastruktur-Maßnahmen
gepusht. Die Resonanz ist bisher aber wohl eher enttäuschend.
Des weiteren werden die 13 traditionellen Handwerkskünste gezielt
gefördert.
Einige der anvisierten Milestones der kommenden Fünfjahrespläne in Zahlen:
Bis 2012 (Ende des 10. Fünfjahresplans):
- Installation von 2.000 MW Wasserkraft
- Erhöhung des Anteils des gewerblichen Sektors am BIP auf 30%
- Verdreifachung des Einkommens der Landwirte
- Anhebung des Exportwertes im Bereich Gartenbau um 300%
- Erhöhung der Einnahmen aus dem Tourismus um 100%
Bis 2017 (Ende des 11. Fünfjahresplans):
- Installation von 2.500 MW Wasserkraft
- Erhöhung des Beitrags des Tourismus zum BIP auf 25%
- Erhöhung der Einnahmen aus dem Tourismus um 150%
Viele ökonomische Maßnahmen sind offenbar nur auf mittlere oder lange Sicht sinnvoll. Abgesehen davon, dass eine rasante wirtschaftliche Entwicklung nicht dem Prinzip des middle path entsprechen würde, gibt es eine ganze Reihe von Hemmnissen. Immer wieder genannt werden
-
die mangelhafte Infrastruktur: aufgrund des gebirgigen Terrains ist der Straßenbau extrem schwierig und nur ca. 2/3 des Strassennetzes von ca. 3.700 km sind derzeit geteert; während der Monsunzeit sind viele Verbindungen oft für mehrere Tage oder sogar Wochen unterbrochen; i.d.R. erfolgt die Elektrifizierung entlang des Straßen- und Wegenetzes und ist daher bisher auch nur partiell realisiert
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der Innovationsstau: gerade im Bereich Landwirtschaft ist es dringend erforderlich, neue Märkte zu erschließen und effektive Marketingstrategien zu entwickeln
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der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften
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die geringe Kaufkraft der Bevölkerung
Eine Herausforderung der besonderen Art ist sicherlich der Verkehr.
Denn die Anzahl der Kfz wächst kontinuierlich: fuhren 1997 noch
11.000 Fahrzeuge auf Bhutans Strassen, waren es im Jahr 2000 bereits
20.000.
Eine Eisenbahn existiert derzeit nicht; allerdings gibt es Planungen, den Süden des Landes von Indien
her (Westbengalen, Assam) mit einer Trasse zu versorgen.
Die nationale Fluglinie Druk Air,
mit 2 Flugzeugen die kleinste Fluglinie der Welt, hat nur einen
Flughafen im Land zur Verfügung, der zudem recht klein ist und
sich weit im Westen des Landes befindet. Pläne für einen
Großflughafen im zentralbhutanischen Khotokha-Tal sind wieder auf
Eis gelegt worden.
Links zur Vertiefung:
Wirtschaftsdaten
Bhutan (Homepage von Wolfgang-Peter Zingel, SAI Uni-Heidelberg)
National Accounts
Statistics 1980-1999 (englisch, pdf, 0.2 MB)
World Bank
Report 2004 Bhutan (pdf, 4.8 MB)
Government scales down 2004-2005 budget
(pdf, 0.1 MB, englisch)
Die Hauptexporteure Bhutans und
ihre Produkte im Überblick (pdf-Datei, 0.3 MB)
The industrial town of
Pasakha (pdf, 0.2 MB, englisch)
The Monetisation of Bhutan (Artikel von Nicholas Rhodes, pdf,
englisch)
Landwirtschafts-Statistik 2003
(englisch, pdf, 1.4 MB)
BioBhutan - Vermarktung
ökologisch erzeugter Lebensmittel
Tourismus
Der erste "richtige" Tourist hat 1974 das Land besucht. In den darauffolgenden Jahren ist die Anzahl der Landesbesucher stetig gestiegen und erreichte im Jahr 2000 mit 7.559 Menschen ihren bisherigen Höhepunkt. Von Januar-September 2004 (pdf, 0.2 MB) wurden 5.357 Touristen registriert. Von Januar bis März 2007 waren es 3.706 Touristen, veglichen mit 2.362 im selben Zeitraum des Vorjahres.
Wenn Sie zu der wachsenden Anzahl von Menschen gehören, die Bhutan besuchen möchten, so kann Sie die folgende Zusammenstellung bei Ihrer Informationssuche vielleicht unterstützen. In jedem Fall lohnt es sich, zunächst die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes (pdf, 16 KB) durchzulesen. Hier finden Sie auch Angaben zum benötigten Impfschutz.
Reisezeit
Bedingt durch den Sommermonsun, sind Frühjahr (März bis Mai) und Herbst (September bis November) die idealen Reisezeiten. Das Frühjahr hat seinen besonderen Reiz durch die Rhododendronblüte, im Herbst ist dagegen die Chance größer, einer der berühmten tsechus (Fest mit Maskentänzen zu Ehren des Guru Rinpoche) beizuwohnen.
Anreise
Die Anreise erfolgt ausschließlich per Flugzeug. Der
bhutanische Flughafen in Paro ist eher klein, so dass ein Direktflug
nicht möglich ist. Man fliegt i.d.R. bis Kathmandu (Nepal),
Bangkok (Thailand) oder Neu-Delhi (Indien), von wo aus es dann mit den
Maschinen der bhutanischen Druk Air
weitergeht.
Aus eigener Erfahrung empfehle ich die Anreise via Kathmandu, denn der
Flug entlang der Himalaja-Hauptkette (Mt. Everest!) ist bei gutem
Wetter ein unvergessliches Erlebnis.
Kosten
Für viele der springende Punkt. Bhutan reguliert den Tourismus über die Preise und verlangt derzeit eine "Grundgebühr" von unverhandelbaren 200 US-$ pro Tag in der Hauptsaison. Dies klingt zunächst sehr viel, man sollte jedoch bedenken, dass - einmal abgesehen vom Flug - darüber hinaus kaum Kosten anfallen. In der Gebühr eingeschlossen sind Unterkunft, alle Mahlzeiten, Transport, alle Dienstleistungen der Führer und evtl. Träger, sowie der Besuch von kulturellen Veranstaltungen wie z.B. der tsechus.
Visum
Ein Visum sowie ein gültiger Reisepass sind zur Einreise
unbedingt erforderlich. Das Visum muss bereits zum Zeitpunkt der
Einreise vorliegen, sonst lehnt die bhutanische Fluggesellschaft die
Beförderung ins Land ab. In der Regel kümmert sich der
Reiseveranstalter um die Ausstellung des Visums. Alternativ kann man
sich an die Ständige
Vertretung Bhutans in der Schweiz wenden.
Das Visum wird für eine 15-tägige Geltungsdauer ausgestellt
und kostet derzeit 20 US-$.
Reiseveranstalter
Besucher des Landes müssen ihre Reise über einen der ca.
120 registrierten Reiseveranstalter buchen. Reisen "auf eigene Faust"
ist in Bhutan nicht gestattet. In Deutschland gibt es inzwischen eine
ganze Reihe von Veranstaltern, die in Zusammenarbeit mit bhutanischen
Veranstaltern Gruppenreisen anbieten. Ich möchte hier nur einige
wenige exemplarisch (in alphabetischer Reihenfolge) auflisten:
Auf und davon-Reisen,
51647 Gummersbach
Hauser Exkursionen,
81241 München
Himalaya Fair Trekking,
82049 Pullach (Isartal)
Ikarus Tours, 61452
Königstein
Marco Polo Reisen,
80992 München
Sagarmatha Trekking
(Peter Schneider), 55771 Baumholder
Tao Tours, 82308 Starnberg
World Insight, 53113 Bonn
Wer etwas individueller, z.B. nur zu zweit oder in einer kleinen Gruppe unterwegs sein möchte, kann sich auch noch umsehen bei:
Bhutan4u Himatrek, 45886
Gelsenkirchen
Comtour, 45219
Essen-Kettwig
East Asia Tours, 10439 Berlin
German Travel Network, 91126
Schwabach
Jeroma Tours
Zu guter letzt besteht noch die Möglichkeit, die Anreise selbst zu organisieren und die Tour direkt mit einem bhutanischen Veranstalter zu planen. Die "Association of Bhutanese Tour Operators (ABTO)" mit einer Liste aller bhutanischen Anbieter findet sich hier.
Auch für alle weiteren Fragen ist das bhutanische Department of Tourism eine gute Adresse.
Literatur
Im folgenden habe ich nur eine kleine Auswahl an Literatur zu Bhutan gelistet, die mir gut gefallen bzw. weitergeholfen hat. Wer sich noch intensiver mit Land & Leuten beschäftigen möchte, für den habe ich die umfassende Nationalbibliographie Bhutans des Centre for Bhutan Studies (CBS) zum Download eingestellt.
Reiseführer
-
Lonely Planet Reiseführer Bhutan. Lonely Planet Publications; 3. Auflage 2007; ISBN 1-7405-9529-7.
- DuMont Kunstreiseführer Bhutan. Autorin: Gisela Bonn; letzte Auflage 1988; ISBN: 3-7701-1641-0. (manchmal noch über eBay zu bekommen)
- Bhutan: Himalayan Mountain Kingdom. Autorin: Françoise Pommaret; 5. Auflage 2006; ISBN: 9-6221-7757-3.
- Bhutan: A Trekker's Guide. 2007; ISBN: 1-8528-4398-5.
- Bhutan. Kultur und Religion im Land der Drachenkönige. Autor: Manfred Gerner; Verlag Indoculture; letzte Auflage 1981; ISBN 3-921948-05-3.
- Bhutan.
Autor: Herbert Wilhelmy; C.H. Beck Verlag; 1. Auflage 1990; ISBN
3-4063-3176-9
Bildbände
-
Bhutan. Festung der Götter. Hrsg.: Christian Schicklgruber & Françoise Pommaret; Verlag Paul Haupt; 1. Auflage 1997; ISBN 3-258-05793-1.
-
Bhutan. Land of the Thunder Dragon; Tom Owen Edmunds; Viking Penguin Inc.; 1. Auflage 1988; ISBN 0-670-82535-2.
-
Denk ich an Bhutan. Autor: Heinrich Harrer; Herbig Verlag; 1. Auflage 2005; ISBN: 3-7766-2439-6.
-
Bhutan. Fürstenstaat am Götterthron. Eine Reise in das verschlossenste Land der Welt; Armin Haab; Sigbert Mohn Verlag; 2. Auflage 1969; ISBN: B-0000-BRDH-E.
-
Bhutan. Königreich im Himalaya. Autoren: U. & A. Gansser, B. Olschak; Verlag Hallwag Bern & Stuttgart; letzte Auflage 1983; ISBN 3-7611-0652-1
Naturführer
-
BLV Reiseführer Natur - Nepal, Sikkim und Bhutan. Autor: Ulrich Gruber; BLV Verlagsgesellschaft; letzte Auflage 1995; ISBN 3-4051-4583-X.
-
The Birds of Bhutan. Autoren: C. & T. Inskipp, R. Grimmett; Christopher Helm Verlag; 1. Auflage 1999; ISBN 0-7136-5163-6.
Insight
Bhutan. Mein Leben in der Festung der Götter. Autorin: Jamie Zeppa; Piper Verlag; 2002; ISBN 3-4922-3663-4.
-
Im Tal des Zauberers. Innenansichten aus Bhutan. Autorin: Katie Hickman; Rowohlt Taschenbuch-Verlag; letzte Auflage 1992; ISBN 3-4991-2651-6.
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Königreich in den Wolken. Autorin: Britta Das; Sierra Taschenbuch Verlag; 2005; ISBN 3-8940-5136-1.
Buddhismus
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Journey to Enlightenment. The Life and World of Khyentse Rinpoche, Spiritual Teacher from Tibet. Aperture Foundation Inc.; 1. Auflage 1996; ISBN 0-89381-679-5.
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OM. Das andere Denken. Autor: Herbert Ellinger; Hugendubel Verlag; 1. Auflage 1986; ISBN 3-88034-345-4.
Kritisches
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Ethnic Cleansing and Political Repression in Bhutan. The other side of the Shangri-La. Autor: Tek Nath Rizal; SAP Nepal Verlag; 1. Auflage 2004; ISBN 9-9933-6114-3.
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Unbecoming Citizens: Culture, Nationhood, and the Flight of Refugees from Bhutan. Autor: Michael Hutt;
Oxford University Press; 2003; ISBN: 0-1956-6205-9.
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Bhutan. A movement in Exile. Autoren: D. Dhakal & C. Strawn; Nirala Publications, Jaipur (Indien); 1. Auflage 1994; ISBN 81-85693-41-2.
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The Bhutan Tragedy. When will it end? First report of the SAARC jurists' mission on Bhutan; Hrsg: International Centre for Law and Development (ICLD), INSEC; 1. Auflage 1992.
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Bhutan, the Land of Silent Terror: Opinions, Viewpoints, Critical Analysis, Letters and Reporting. Von Shiva Pradhan (Ed.); Gangtok Publication; 2001.